Gustav 1 - Bitte melden

Warum klappen die Polizeieinsätze immer so gut? Paulinchen und Pauli wollen das Geheimnis lüften. Durch die langen Gänge der Polizeidirektion kommen sie zu einer versperrten Türe, denn hier darf nicht jeder rein. Sie läuten und ein freundlicher Kollege öffnet ihnen. "Willkommen bei uns auf der Funkstelle." Da staunen die beiden nicht schlecht. Sie stehen in einem großen Raum. Auf langen Spezialtischen sind Telefonapparate und Funkgeräte eingebaut. Es gibt auch einige Computer. Eine Wand ist mit einem riesigen Stadtplan tapeziert. An der anderen Wand hängen verschiedene Karten und Pläne. Es ist sehr laut, denn viele blecherne Stimmen reden durcheinander.

"Das Herzstück für alle Polizeieinsätze", erzählt der nette Kollege. "Hier empfangen wir Funkgespräche aus den Funkstreifen und von den Kriminalbeamten. Wir unterstützen unsere Kollegen auf der Straße, wenn sie auf einen Einsatz fahren, und wir sorgen für Verstärkung, wenn es gefährlich wird. Wir empfangen die Daten, die sie mit ihrem Computer aus den Dienstautos zu uns übertragen, und wir geben Auskünfte, wenn es Fragen gibt. Wir sind auch die Verbindung zu anderen Einsatzkräften und verständigen Rettung und Feuerwehr, wenn man sei braucht."

 

 

Die Funkstelle

Der hilfesuchende Bürger erwartet, dass er rund um die Uhr die Polizei oder Gendarmerie erreichen kann. Jene Stelle, die man erreicht, wenn man "133" oder den Euronotruf "112" anwählt, heißt Funkstelle. Hier ist die Einsatzzentrale, von hier aus werden die meisten Einsatzmittel (so heißt der technische Begriff für Funkwagen) zu Einsätzen beordert. Von hier aus gehen direkte Leitungen zur Rettung, Feuerwehr, die Verkehrsbetriebe, aber auch zu Polizei- und Gendarmeriedienststellen in andren Bundesländern. Die Funkstelle, das kann man wohl sagen, ist das Herz der Sicherheitskräfte.
Natürlich gibt es nicht eine einzige Funkstelle für das ganze Bundesgebiet. Je nach Bundesland oder nach Größe des Bezirkes, sind in der Funkstelle eine unterschiedliche Anzahl von Beamten eingesetzt. In Wien sind es etwa 100, die in vier Gruppen aufgeteilt immer für Sie da sind. Die dauernde Anwesenheit eines Polizeijuristen und eines Polizeioffiziers als "Minimal-Krisenstab" stellt sicher dass in kritischen Situationen sofort notwendige Entscheidungen getroffen werden können. Doch nicht immer ist ein Krisenmanagement notwendig. Häufig kann schon der routinierte Beamte am Notruf die Situation bereinigen. Und wenn der gute Rat per Telefon nichts nützt, ein Funkwagen kommt binnen Minuten. Ohne Frage hat die Polizei in den letzen Jahren ein Quantensprung bei der Technik gemacht. Die Funkstellen wurden dabei besonders aufgerüstet. Hi-Tech ist obligatorisch, Papier hat ausgedient, es regiert der Computer. Das in Wien verwendete Einsatzleitsystem gehört etwa zu den modernsten in Europa.

 

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