Die Innereien eines Polizeiautos

"Bei Schönwetter würde ich ja auch gern ein Polizist auf einem Fahrrad sein, aber bei Schlechtwetter oder im Winter wäre mir eine Funkstreife lieber" sagt Pauli zu dem Herrn Inspektor. "Dürfen wir uns einmal in das Funkstreifenauto setzen" fragt Paulinchen. Natürlich dürfen die Kinder. Da gibt es viel Technik zu bestaunen. Pauli meint sogar, dass da mehr Schalter als in einem Flugzeug sind. Da die Kinder auch alles ausprobieren dürfen, geht ein wahres Spektakel los. Das Blaulicht wird aufgedreht, das Folgetonhorn dröhnt dazu mit voller Lautstärke, aber am lustigsten ist es, wenn man seine eigene Stimme durch den Lautsprecher hört.

Pauli ist natürlich auch neugierig, was da alles in den Kisten mitgeführt wird. Auch dieser Wunsch wird erfüllt. Aus den Kisten wird allerlei für den Einsatz nützliches ausgepackt. Eine ganze Galerie von Lampen verschiedener Größen kommen zum Vorschein, Mäntel in reflektierender Farbe und Plastikhüte zum Absperren einer Unfallstelle. Für gefährliche Einsätze werden Schutzwesten mitgeführt und, leider muss das auch sein, Gewehre. Was ist denn das? Ein Band mit Nägel darauf, da kann man sich ja ganz schön weh tun, wenn man draufsteigt. Die Frau Inspektor erklärt dieses eigenartige Band, es heißt "Autostoppgurt". Wenn jemand mit seinem Auto vor der Polizei oder Gendarmerie flüchtet und partout nicht stehen bleiben will, dann legt man dieses Ding auf die Straße und die Nägel machen ein Loch in den Reifen und die Luft geht aus. "Und ohne Luft in den Reifen kann kein Auto fahren" weiß Pauli sofort.

Den Wunsch von Pauli auch das einmal zu sehen, können die beiden Inspektoren natürlich nicht erfüllen, da muss man schon ein wenig die Phantasie spielen lassen.

 

 

Der Funkstreifendienst

Gendarmerie und Polizei müssen möglichst schnell an einem Einsatzort sein. In Großstädten, die natürlich ein dichteres Netz von Funkwagen haben, dauert es üblicherweise nicht länger als drei Minuten bis die Polizei vor Ort ist. In ländlichen Gebieten dauert es, auf Grund der Anfahrtszeiten, meist etwas Länger. Sollten mehrere Einsätze gleichzeitig notwendig sein, so werden diese, je nach Wichtigkeit gereiht. Verständlich, denn ein Banküberfall ist wichtiger als eine verparkte Hauseinfahrt.
Unsere Einsatzkräfte müssen daher sehr mobil und schnell sein. Die Verwendung von Automobilen im Polizeidienst und die Entwicklung des drahtlosen Funks machten es möglich - die Funkstreife war geboren.  Von einer praktischen Verwendung von Funkwagen kann man erst ab den 60er Jahren sprechen, denn bis dahin waren nur einzelne Sonderfahrzeuge mit Funk ausgestattet. In Wien wurde eine eigene Funkstreifenabteilung gegründet, die in jedem der 23 Bezirke über einen Funkwagen verfügte. Als es üblich wurde jedes Polizeiauto mit Funk auszustatten, wurde diese Abteilung überflüssig, und man gliederte sie in die Bezirksabteilungen ein. Heute gibt es je nach Größe des Bezirkes oder je nach Größe des Bereiches eines Gendarmeriepostens zwischen 1 - 4 Funkwagen.
Bitte denken Sie daran, wenn es ausnahmsweise etwas länger dauert, dass die Polizisten und Gendarmen so schnell als möglich kommen, oft sind sie aber bei einem anderen Einsatz und müssen diesen erst abschließen.

 

mit freundlicher Unterstützung: