Jetzt wird die Schulbank gedrückt

Es ist acht Uhr früh. Das Telefon klingelt. Es ist die Oma, die sich nach ihren Enkeln erkundigt. "Liebe Oma, fass dich kurz, wir warten auf einen Anruf von der Polizei. Wir erklären dir das alles später." Kaum hat Pauli aufgelegt, läutet das Telefon wieder. An der Stimme erkennt er sofort den älteren Herrn von der Polizei. "Spreche ich mit Pauli?" "Ja. ich bin´s, Pauli." "Prima. Wir haben alle Unterlagen ausgewertet. Morgen früh sehen wir uns in der Polizeischule. Richte es auch bitte deiner Schwester aus. Auf Wiederhören."

Pauli hüpft vor Freude fast bis zur Decke. "He, Paulinchen, wir haben es geschafft! Morgen geht´s los! Ich freue mich schon so." Ganz aufgeregt tanzen sie in der Wohnung herum. Die Zeit will und will nicht vergehen. Doch langsam wird es Abend. Noch einmal schlafen und dann in die Polizeischule. Am nächsten Morgen stehen sie schon um sechs Uhr auf. Sie waschen sich brav und putzen die Zähne, ziehen sich an - rein in den Bus und los geht es zur Polizeischule. Da warten schon viele junge Frauen und Männer. Das Klassenzimmer sieht aus wie in einer richtigen Schule. Der "Schuldirektor", er ist auch Polizist, erklärt den Aspiranten, was sie die kommenden zwei Jahre erwartet: Gesetze lernen, Berichte und Anzeigen schreiben und zwischendurch ein Praktikum auf einem Wachzimmer machen. Außerdem gibt es reichlich Sport. Ja. jetzt sind sie Aspiranten, das ist der erste Dienstgrad bei der Polizei.

 

 

Die Polizeischule

Die Polizeigrundausbildung dauert zwei Jahre und setzt sich aus 15 Monaten Theorie, drei Monaten Praxis und drei Monaten Wiederholung und Vorbereitung auf die Dienstprüfung zusammen. Schwerpunkt ist das Studium der Gesetze, die die Exekutive vollziehen muss. Einsatztaktik, Verhaltensweisen bei Amtshandlungen, Hausdurchsuchungen und Streitigkeiten, Schießausbildung, waffenlose Selbstverteidigung sowie das Erlernen des Einsatzes mit dem Einsatzstock sind die Grundelemente im Lehrgang. Sportliche Schwerpunkte liegen auf Leichtathletik, Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit. Auch eine Ausbildung zum Rettungsschwimmer und ein Skikurs sind Bestandteile des Unterrichts.
Nach erfolgter EDV-Ausbildung, ausgiebigem kriminalistischem Training, Erste Hilfe Kurs und einem Rethorikseminar steht der Praxisphase nichts mehr im Weg. Zuerst begleiten die Schüler als Zuschauer die Amtshandlungen, dann arbeiten sie unter Aufsicht eines erfahrenen Beamten und schließlich versehen sie in Zweierteams einfachen Dienst. Nach einem Fahrtechniktraining und einer Perfektionsfahrt sind sie berechtigt, Dienstfahrzeuge zu lenken. Nach der positiven Dienstprüfung beginnt der Dienst auf dem Wachzimmer.

 

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